Dein Projekt unterbrechen

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Du arbeitest mit Hochdruck an einem Projekt, bist auch schon echt weit gekommen und plötzlich zieht jemand die Reißleine. Es muss ja nicht gleich eine weltweite Pandemie sein, aber es kann immer passieren, dass ein unvorhergesehenes Ereignis dein Projekt auf unbestimmte Zeit unterbricht.  Das kann ein Pausensemester in der Uni sein, der Ausfall eines Zulieferers auf unbestimmte Zeit. Manchmal hat auch einfach dein Kunde gerade keine Mittel, dein Projekt weiter zu finanzieren und du musst es unterbrechen.  

Solche unvorhergesehenen Ereignisse werfen deinen Projektplan erstmal über den Haufen und außer alle Brocken sofort hinzuwerfen, fällt dir gerade nicht viel ein. Das ist aber selten die beste Lösung und es bleiben Alternativen, wie du dein Projekt an einem sinnvollen Punkt unterbrichst und anschließend auch wieder aufnimmst.  

1. Hör an einem geeigneten Punkt auf 

Mitten in einem Absatz oder einem Projektschritt zu unterbrechen, macht keinen Sinn und erschwert dir nur den Wiedereinstieg im Nachhinein. Arbeite bis zum nächsten sinnvollen Meilenstein und lass dein Projekt dann ruhen.  
Würdest du zum Beispiel ein Haus bauen, würdest du ja auch nicht alle Bauarbeiter nach Hause schicken, wenn das Dach zu ¾ fertig ist, sondern erst das Dach fertigstellen lassen und dann das Projekt auf Eis legen.  

2. Dokumentiere den aktuellen Status gewissenhaft

Damit bei Wiederbeginn klar ist, was schon erledigt ist, was abgesprochen ist und was noch aussteht, solltest du dir alles genau abspeichern. So vermeidest du, dass noch ausstehende Rechnungen unerwartet eintrudeln und erleichterst dir selbst den Wiedereinstieg.  

3. Kenne die Optionen für die Wiederaufnahme der Arbeit

Vor allem, wenn die Wiederaufnahme deines Projekts von einer dritten Person abhängt – zum Beispiel von einem Kunden oder Investor – kommuniziere genau die Bedingungen, vor allem Vorlaufzeiten und Vorauszahlungen, die notwendig sind, um deine Arbeit wieder aufzunehmen. So kannst du deine Kapazitäten für andere Projekte nutzen und musst sie nicht für den Fall vorhalten, dass dein Projekt kurzfristig wieder aufgenommen wird. 

4. Überlege dir Exit-Strategien

Wenn ein Projekt – aus welchen Gründen auch immer – befristet auf Eis gelegt wird, ist eine vollständige Absage immer eine Option. Sei auf diese Option vorbereitet und stell dir folgende Fragen: 

  • Was sind die Umstände, unter denen ich das Projekt komplett absagen oder nicht mehr annehmen würde?  
  • Gibt es einen bestimmten Zeitpunkt, nach dem ich keine Kapazitäten mehr dafür vorhalten kann? 
  • Kann ich mir die Überschreitung bestimmter Kosten nicht mehr leisten? 
  • Gibt es bestimmte Ereignisse, beispielsweise die drohende Zahlungsunfähigkeit eines Kunden, mit denen ich das Projekt nicht noch einmal aufnehmen würde? 

Sich diese Ereignisse und Möglichkeiten im Vorhinein zu überlegen und selbst zu beantworten, hilft im Falle des Eintritts bei der Entscheidungsfindung, ob du das Projekt weiter betreuen kannst oder eben nicht.  

5. Lasse sunk costs unberücksichtigt

Du hast super viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt und nun soll es abgesagt werden? Das ist zwar sehr bitter, aber die Frage ist nicht, wieviel Energie du bereits investiert hast, sondern vielmehr wieviel du noch investieren musst, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Es bringt nichts, an einem hoffnungslosen Projekt immer weiter herumzudoktorn, bis es zu einem halbwegs akzeptablen Ergebnis kommt. Das kann schnell ein Fass ohne Boden werden und du kannst deine Zeit effizienter und sinnvoller nutzen. 

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