Erfolgreiches Krisenmanagement

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Du hast deine Ziele sorgfältig und SMART festgelegt, du hast dir kurz- und langfristige Pläne erstellt, du hast dein Zeitmanagement und deine Meilensteine zur Umsetzung im Griff. Alles läuft wie geplant, du bist voll im Flow. Aber plötzlich – BAM kommt ein unvorhergesehenes Ereignis um die Ecke und wirft alle deine Pläne über den Haufen.

Und jetzt???

Du kannst so viele Pläne machen und Vorhersagen treffen wie du willst, du kannst sogar proaktives Risikomanagement betreiben. Es passieren immer – wirklich IMMER – Dinge, die weder du noch irgendjemand anderes hätten vorhersehen können. Das ist völlig normal und gehört zum Leben dazu. Die Frage ist, wie du mit solchen Ereignissen umgehst und wie du dich auf den Ernstfall vorbereiten kannst. Das impliziert auch schon den ersten Schritt im Krisenmanagement: Die Situation annehmen.

Die Situation annehmen

Eine Krise ist oft ungerecht und du kannst bestimmt nichts dafür, dass sie eingetreten ist. So etwas kommt aber vor und es trifft auch nicht nur dich, sondern jede Person und jedes Unternehmen irgendwann im Leben. Kurz (alleine) ausflippen, heulen oder rumschreien ist absolut okay, aber dann ist es auch Zeit für: Okay, es ist jetzt so. Ich kann es gerade nicht ändern. Ich werde das Beste draus machen.
Unterschätze diesen Schritt bitte nicht. Die Erkenntnis, dass gerade eine Krise eingetroffen ist und du sie nicht ändern kannst, ist die Grundvoraussetzung, um handlungsfähig zu sein.

Kühlen Kopf bewahren

Auch wenn die Zeit drängt und du versucht bist, in den absoluten Panikmodus zu verfallen, führt überstürztes Handeln selten zu guten Ergebnissen. Nimm die Situation mit Respekt entgegen und sei dir deiner Verantwortung bewusst. Atme einmal tief durch und dann kann’s losgehen.

Ein Team auf die Beine stellen

Egal, ob im privaten oder unternehmerischen Bereich – wenn du dich erfolgreich aus einer Krise manövrieren musst, sind all deine Ressourcen gefordert und du brauchst Unterstützung im Tagesgeschäft. Außerdem ist eine Krise meistens eine Ausnahmesituation, mit der du dich fachlich nicht auskennst, du brauchst also Unterstützung von Experten.

Angenommen, du führst dein Unternehmen durch eine Krise: Hier könntest du zum Beispiel eine Expertin gebrauchen, die ihre normale Aufgabe innerhalb des Unternehmens ruhen lässt und dir während der Krisenzeit täglich neue Hochrechnungen oder Einschätzungen liefern kann. Zusätzlich brauchst du vielleicht einen Assistenten, der dir im Tagesgeschäft den Rücken freihält, während du dich um brandeilige krisenbezogene Themen kümmerst.

Ein weiteres Beispiel aus dem privaten Bereich: Eine Studentin hat zwei Kinder und eine Woche vor Abgabe ihrer Bachelorarbeit geht der Computer kaputt. Auch sie braucht einen Experten, und zwar jemanden, der ihr schnell einen funktionierenden zuverlässigen Computer besorgt und ihr hilft, alle Daten zu sichern und zu übertragen. Und sie braucht jemanden, der ihr das Tagesgeschäft abnimmt, während sie sich voll und ganz auf die Abgabe der Bachelorarbeit konzentriert. Das könnte jemand aus der Familie oder ein Dienstleister sein, der sich so lange um die Kinderbetreuung kümmert.

Den größten Brandherd ausfindig machen

Eine Krise hat es dummerweise an sich, dass sie nicht dann eintritt, wenn du sowieso gerade nichts Besseres zu tun hast, sondern wenn du dich eigentlich gerade auch mit mindestens drei anderen großen und kleinen Herausforderungen beschäftigst. Du kannst aber nicht alles auf einmal lösen. Such dir deshalb die dringendste Baustelle aus und richte deinen vollen Fokus darauf! Alles andere wird verschoben oder delegiert.

Flexibel bleiben

Ständig ändern sich die Gegebenheiten und äußeren Umstände. Der größte Brandherd von gestern kann sich heute schon als nichtig herausstellen und an anderer Stelle brennt es plötzlich lichterloh. Sei dazu bereit, deine Maßnahmen täglich zu justieren und die Stellschrauben so zu verändern, dass der Worst-Case vermieden werden kann.

Den Überblick behalten

Das Delegieren und Verschieben von zweitrangigen Aufgaben hilft dir nicht nur dabei, dir Zeit zu verschaffen, sondern auch, das große Ganze im Blick zu behalten. Das ist zwingend erforderlich, um dein Ziel, mit geringstmöglichem Schaden aus der Krise herauszugehen, zu erreichen.

Einen Sparringpartner suchen

Es gibt bestimmt Unternehmen in der gleichen Branche oder andere Menschen in einer ähnlichen Situation, die gerade mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben wie du. Vor allem bei existenzbedrohenden Krisen solltest du dich mit anderen austauschen. Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, Kräfte bündeln und wichtige Informationen (beispielsweise zu staatlichen Hilfen) austauschen, die beiden Seiten helfen können, die Krise erfolgreich zu meistern. Außerdem hilft es, auch mal jemandem die eigenen Sorgen mitzuteilen, der selbst betroffen und total im Thema ist.

Transparent kommunizieren

Das ist vor allem für Führungskräfte und Eltern super wichtig! Deine Mitarbeiter oder Kinder vertrauen dir, sind aber auch von deinen Entscheidungen während der Krise abhängig. Lass sie wissen, womit du dich gerade beschäftigst, was die nächsten Schritte und die aktuellen Herausforderungen sind. Vielleicht können sie sogar unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Kommunikation für Unternehmen ist ein zentraler Ansprechpartner. Sowohl interne als auch externe Stakeholder sollten wissen, zu wem sie bei Fragen oder Sorgen bezüglich der Krise Kontakt aufnehmen können und von wem sie seriöse Informationen erhalten.

Die Schuldfrage auf später verschieben

Es gibt Dinge, für die kann niemand etwas. Es bringt also nichts, sich damit zu befassen, wie und warum die Krise genau jetzt eintritt und gerade dich oder dein Unternehmen betrifft. Das kostet nur unnötig Zeit und Ressourcen. Es gibt aber auch Dinge, die man hätte besser machen können. Vielleicht hätte unsere Studentin aus dem Beispiel sich von Vornherein einen größeren Puffer oder bessere Datensicherung einbauen sollen? Auch da nützt es nichts, sich während der Krise viele Gedanken zu machen, was man hätte besser machen oder vermeiden können. Die oberste Priorität und Dringlichkeit liegt darin, die Krise zu überstehen.

Was du tun kannst, ist dir Notizen über den Verlauf der Krise zu machen. Sobald sie dann überstanden – also zum Beispiel die Bachelorarbeit abgegeben – ist, wendest du dich dann dem zu, was du hättest besser machen können und überlegst dir in Ruhe, welche Maßnahmen du daraus ableiten kannst.

Bonustipp: Vertrauen

Wenn es soweit ist, dass du für ein erfolgreiches Krisenmanagement deine normalen täglichen Aufgaben abgeben musst und von den Berechnungen und Einschätzungen eines Expertenteams abhängig bist, vertraue ihnen! Alle, die dich unterstützen, wollen genauso wie du sicher durch die Krise kommen und tun ihr bestes. Es bringt nichts und kostet nur Zeit und Energie, sich damit zu stressen, dass Fehler passieren könnten und alle anderen andauernd zu kontrollieren. Such dir deine Teammitglieder von Vornherein gut aus und dann lass sie ihren Job machen und vertraue ihnen. Schließlich erwartest du auch, dass dir in dieser schwierigen Situation Vertrauen entgegengebracht wird.

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